Mit 1. Oktober 2026 tritt das Netz- und Informationssystemsicherheitsgesetz 2026 (NISG 2026) in Kraft, die österreichische Umsetzung der NIS2-Richtlinie. Diskutiert wird es meist über Meldepflichten und die Registrierung kritischer Einrichtungen. Für praktisch jedes Unternehmen mit .at-Domain gibt es aber eine zweite, unmittelbarere Folge: Registry, Registrare und Provider müssen ab diesem Datum die Vollständigkeit und Korrektheit der Inhaberdaten sicherstellen. nic.at hat die Details am 21. August veröffentlicht.
Was ändert sich konkret?
- Telefonnummer wird Pflichtangabe. Bisher genügten Name inklusive Rechtsform, Postanschrift und E-Mail. Bei Neuregistrierungen ist die Nummer ab 1. Oktober verpflichtend, bei bestehenden Domains nachzutragen.
- Whois wird für Firmen öffentlich. Inhaberdaten juristischer Personen – GmbHs, Vereine, Organisationen – werden ab 1. Oktober veröffentlicht. Daten natürlicher Personen bleiben wegen der DSGVO unsichtbar.
- Mitwirkungspflicht bei der Verifizierung. Wer zur Überprüfung der eigenen Daten aufgefordert wird, muss mitwirken.
- Neue AGB und Registrierungsrichtlinien von nic.at treten gemeinsam mit dem NISG 2026 in Kraft.
Muss jetzt jede Firma Nachweise schicken?
Nein – und das ist die wichtigste Entwarnung. Eine Aufforderung ergeht laut nic.at nur im Anlassfall, also bei Auffälligkeiten in den hinterlegten Daten. Es gibt keinen Stichtag, zu dem alle Inhaber:innen Dokumente einreichen müssen. Kommt aber eine Aufforderung, ist sie ernst zu nehmen: Wird der Nachweis nicht oder zu spät erbracht, kann nic.at den Domainvertrag kündigen – die Domain wird dann gelöscht. Ansprechperson ist der eigene Registrar; nur bei direkt bei nic.at verwalteten Domains meldet sich die Registry selbst.
Warum ist die Whois-Öffnung ein Thema?
Weil in vielen Datensätzen noch persönliche Kontaktdaten einzelner Mitarbeitender stehen – die private Handynummer des Geschäftsführers, die Adresse einer längst ausgeschiedenen Kollegin. Ab Oktober ist das für jede und jeden abfragbar. Erfahrungsgemäß nehmen danach Spam und Domain-Betrugsmails („Ihre Domain läuft ab“) deutlich zu. Sinnvoll ist deshalb, vorher auf Rollenadressen und die Firmen-Telefonnummer umzustellen.
Was solltest du jetzt tun?
- Domain-Inventar erstellen: Welche .at-Domains gibt es, wer ist Inhaber, welcher Registrar?
- Prüfen, ob bei jeder Domain eine Telefonnummer hinterlegt ist – und ob sie stimmt.
- Personenbezogene Kontaktdaten durch zentrale Adressen ersetzen, etwa domains@ statt vorname.nachname@.
- Sicherstellen, dass die hinterlegte E-Mail-Adresse gelesen wird – eine Aufforderung an ein totes Postfach ist der kürzeste Weg zur Domainlöschung.
- Firmenname inklusive Rechtsform und Postanschrift mit dem Firmenbuch abgleichen.
Wir betreuen Domains, DNS und Hosting für Kund:innen in ganz Österreich und prüfen deine .at-Inhaberdaten gern vor dem Stichtag durch – inklusive Umstellung auf Rollenadressen und DNSSEC-Check. Dazu kommt die Anwendungsebene: Impressum und Kontaktdaten müssen zu den neuen Whois-Einträgen passen, egal ob deine Website in TYPO3, WordPress, Magento, einer individuellen Laravel-Applikation oder in einem Headless-Setup mit Payload oder Directus läuft. Vorbereitet in den Oktober? Nimm jetzt Kontakt auf!
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