Für viele kleinere Onlineshops waren sie ein unterschätzter Umsatzbringer: kostenlose Produkteinträge aus dem Google Merchant Center und das Karussell „Beliebte Produkte“ direkt in der Suche. Innerhalb von rund 48 Stunden, am 17. und 18. September 2026, sind beide aus der Google-Suche im Europäischen Wirtschaftsraum weitgehend verschwunden. Eine Vorankündigung gab es nicht.
Was ist passiert?
Unabhängige Tracker messen bei den Produkt-Karussells Rückgänge von 90 bis 100 Prozent, unter anderem in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden. Google hat bestätigt, dass die Änderung auf den Digital Markets Act (DMA) zurückgeht. Die EU-Kommission hatte Google im Juli mit 460 Millionen Euro gestraft, weil der Konzern eigene Dienste in der Suche bevorzugt hat, und eine Frist von 60 Tagen gesetzt. Den frei gewordenen Platz bekommen nun Preisvergleichsdienste (CSS).
Wer ist betroffen?
- Shops, die ohne Werbebudget über das Merchant Center sichtbar waren.
- Händler:innen mit großem Sortiment und vielen Nischenprodukten, die über Gratis-Listings Long-Tail-Traffic geholt haben.
- Nicht betroffen sind bezahlte Shopping Ads: Sie laufen weiter. Weggefallen ist nur die kostenlose, organische Ebene.
Was solltest du jetzt tun?
- Traffic und Umsatz aus Google-Produktflächen seit Mitte September mit den Wochen davor vergleichen.
- Den Produktfeed auf keinen Fall abschalten. Er speist weiterhin Shopping Ads und die Angebote von Preisvergleichsdiensten.
- Shopping Ads über einen CSS-Partner prüfen. Im EWR sind Klicks darüber oft günstiger als direkt über Google.
- Produktseiten mit strukturierten Daten (Produkt, Preis, Verfügbarkeit, Bewertungen) sauber auszeichnen, damit Google sie in den verbleibenden Ergebnisformaten korrekt darstellt.
- Kategorieseiten und Ratgeber-Inhalte stärken. Sie ranken klassisch und werden auch von KI-Suchen zitiert.
Was heißt das langfristig?
Wer sich auf einen einzigen Google-Kanal verlassen hat, merkt jetzt, wie schnell er wegbrechen kann. Ein sauber gepflegter Feed, ein technisch starker Shop und eigene Inhalte machen dich unabhängiger, egal wie Google die Ergebnisseite als Nächstes umbaut.
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Quellen:


